HAUSMÄRCHEN – MÄRCHEN ZUHAUSE

Hausmärchen -

Märchen zu Hause


"In Zeiten, in denen das Wünschen noch geholfen hat"


Märchen erzählen von Wünschen, Herausforderungen, Begegnungen und Veränderungen. In ihren Bildern spiegeln sich Erfahrungen, die Menschen seit jeher bewegen, und sie lassen Raum für eigene Gedanken und Erinnerungen.

Bei der Märchenlesung erwartet Sie ein Erzählabend für Erwachsene mit ausgewählten Märchen. In ruhiger und persönlicher Atmosphäre können Sie den Geschichten lauschen und sie einfach auf sich wirken lassen.

Vielleicht bleibt ein Bild, ein Gedanke oder eine Frage zurück. Wer sich im Anschluss darüber mit anderen austauschen möchte, findet dafür in ungezwungener Runde Gelegenheit.

 

Auf dem Bild: Johanna Sänger beim Märchenabend 2025

Wofür diese Veranstaltung steht?

Eine Kulturveranstaltung zum Erhalt und zur Pflege des Märchenerzählens – einer lebendigen Erzähltradition, die seit 2017 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission eingetragen ist.

#Hausmärchen #MärchenFürErwachsene #Waldbronn #Märchenerzählen #ImmateriellesKulturerbe #Erzählkunst #Geschichten #Lichtstube #Winterabend

TERMINE

Samstag 28. November 2026
Beginn: 18:30 Uhr

Freitag 11. Dezember 2026
Beginn: 19:00 Uhr

EINTRITT & ANMELDUNG

Veranstaltungsort: Friedenstraße 37, 76337 Waldbronn

Die Veranstaltungen finden im privaten Raum statt und sind jeweils auf 20 Personen begrenzt. Bitte melden Sie sich verbindlich:

per E-Mail an: jo.saenger@web.de
oder telefonisch (SMS): 015770206775 (auch WhatsApp)

Unkostenbeitrag: 25€

Erinnerungen

Märchenabend im Dezember 2025
Friedenstraße 37, 76337 Waldbronn

WARUM AUSGERECHNET MÄRCHEN?

„Wieder und wieder erlebe ich diesen Gänsehauteffekt! Das passiert, wenn ich Märchen frei erzähle. Kinder sind dann meine Zuhörer und Zuhörerinnen oder Erwachsene. Es geschieht ebenso, wenn ich für mich allein einen Märchentext einübe und laut aufsage.

Dann ist es da! Das Gefühl, als stünde die Zeit still. Für wenige Momente halte ich die Luft an. Erzählerin und Publikum – einen Atemzug wie vereint in dem Lauschen nach dem ersehnten Glück, den fernen Zeiten, den alten Geschichten.

Es ist, als zögen die fremden Gerüche, die unbekannten Klänge und die bunten Bilder an uns vorüber. Ein Sinnesfeuerwerk, das allein die Märchen in unserer Fantasie zu entzünden vermögen.

Dieser Augenblick ist für mich der eigentliche Zauber!

Jeder Mensch für sich und die Gruppe als Gemeinschaft wird berührt von der Geschichte. Innere Bilder und Sinneswahrnehmungen entstehen, die wie Impulse wirken, uns Kraft geben und heilsam sein können. Bereichert und heiter tauchen wir aus der vertraut-unheimlichen Welt der Märchen wieder auf und sind erinnert an das Kind in uns und seine unverwüstliche Lebensfreude.

Ich liebe Geschichten.

Ich höre sie für mein Leben gern, und ich freue mich, wenn ich ihnen meine Stimme leihen darf und die „Mär“ erzähle.

Ich weiß, Märchen beinhalten unfassbar viele Bilder, Symbole und Metaphern. Diese korrespondieren mit unseren Träumen und Seelenbildern. Da Märchen nichts aussparen, weder das Glück und den Erfolg noch das Leid und den Schmerz, könnte man sagen, die alten Geschichten führen ein Gespräch mit unserem Inneren.

Das ist eine lebensbejahende und mutmachende Geste. Sie wollen uns in Bewegung bringen und uns Veränderungen zumuten.

Im Märchen heißt es:

„Da nahm er/sie ihr Herz in beide Hände und ging los.“

Johanna Sänger
Märchenerzählerin und Märchenpädagogin

Warum ausgerechnet im Wohnzimmer?

Die Märchenlesung bzw. der Erzählabend für Erwachsene findet bewusst im kleinen, privaten Rahmen bei mir zu Hause im Wohnzimmer statt. Der Abend versteht sich weniger als öffentliche Veranstaltung im herkömmlichen Sinn, sondern vielmehr als eine zeitgenössische Form des literarischen Salons – eine Tradition, die insbesondere im 18. Jahrhundert eine bedeutende Rolle für den kulturellen und geistigen Austausch spielte.

Die Salons jener Zeit waren Orte der Begegnung, des Erzählens, Vorlesens und Gesprächs. Im Zentrum stand nicht die große Öffentlichkeit, sondern die persönliche Atmosphäre eines privaten Raumes.

Besonders die Salonièren schufen in ihren Wohnräumen einen geschützten Rahmen, in dem Menschen unterschiedlicher Herkunft und Interessen zusammenkamen, um Literatur, Kunst, Philosophie und gesellschaftliche Fragen miteinander zu teilen.

Der Salon lebte dabei von der Nähe zwischen den Anwesenden und von der besonderen Qualität des unmittelbaren Austauschs.

An diese Tradition möchte ich, möchten wir anknüpfen.

Das Wohnzimmer ist daher keine Behelfslösung, sondern Teil des künstlerischen und kulturellen Konzepts.

Möge es Ihnen gefallen!

Birgitta Reddig-Korn

Märchen erzählen – Kulturerbe lebendig halten

Das analoge Erzählen braucht angesichts der übermächtigen Konkurrenz digitaler Medien besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung. Es schafft einen Raum für unmittelbare Begegnung, gemeinsames Zuhören und die Weitergabe von Geschichten von Mensch zu Mensch.

Geht das Erzählen verloren, geht auch ein wichtiger Zugang zu Erinnerung, kultureller Identität und den eigenen Wurzeln verloren. Das analoge Erzählen bewahrt Überlieferungen und macht sie für neue Generationen erlebbar. Gleichzeitig schafft es eine Grundlage für den offenen und wertschätzenden Austausch mit anderen Traditionen und Kulturen.

Märchen eignen sich dafür in besonderer Weise. Sie verbinden Menschen über Zeiten, Grenzen und Kulturen hinweg. Märchenerzähler:innen werden so zu Botschafter:innen einer lebendigen Erzählkultur – und damit zu wichtigen Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

(Vgl. Europäische Märchengesellschaft, Rheine 2017)

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